Exkursion zum Waldumbau im Eibenstocker Forst

Am Samstag den 05.09.2020 führte uns eine Exkursion in den Eibenstocker Forst. Unter der Führung des Revierförsters Andreas Pommer vom Sachsenforst ging es um die Entwicklung des Waldumbaus, der dort seit 30 Jahren betrieben wird. Dabei ging die Reise von einem Wirtschaftswald mit Fichten Monokultur über verschiedene Stationen hin zu einem ökologisch geprägten Mischwald. In seinem einführenden Vortrag konnte uns der Förster anhand von historischen Aufzeichnungen darstellen, dass früher ein Mix aus Tanne, Buche und Fichte vorherrschte. Aufgrund der wirtschaftlichen Anforderungen durch den Bergbau und der Industrie, eignete sich die "robuste Fichte" besonders gut den Bedarf an Holz zu decken. So wurde in den letzten Jahrhunderten der Wald zu einer Monokultur umgebaut. In den letzten Jahrzehnten war aber schon absehbar, dass die Fichte den neuen klimatischen Herausforderungen nicht entsprechen kann, so dass man im Bezirk Eibenstock bereits seit 30 Jahren daran arbeitet, wieder einen stabilen Mischwald aufzubauen. Die letzte Station war ein 200 Jahre alter Mischbestand, der den Vorstellungen eines "Urwaldes" schon sehr nahe kam. 

Die Exkursion hat uns sehr beeindruckt und gezeigt, dass die Zeit drängt. Der Waldumbau muss intensiv an allen Orten vorangetrieben werden. 

Vielen Dank an Andreas Pommer, für die fachkundige Führung und dass er uns Einblicke in seine Arbeit gewährt hat.




10 Jahre alte Tannen, die ohne Wildzaun gepflanzt wurden und keinen Verbiss zeigen


200 Jahre alter Mischbestand mit Tannen, Buchen und Fichten. Nur wertvolles Sägeholz wird entnommen, der Rest bleibt für den Stoffkreislauf im Wald

200 Jahre alter Mischbestand mit Tannen, Buchen und Fichten. Nur wertvolles Sägeholz wird entnommen, der Rest bleibt für den Stoffkreislauf im Wald

200 Jahre alter Mischbestand mit Tannen, Buchen und Fichten. Nur wertvolles Sägeholz wird entnommen, der Rest bleibt für den Stoffkreislauf im Wald

Pflanzaktion der Grünen im Schwarzenberger Schloßwald


Der Klimawandel und die Trockenheit der vergangenen zwei Jahre haben auch im Schwarzenberger Stadtforst, dem sogenannten Schloßwald, zum massenhaften Absterben von Fichten durch den Borkenkäfer geführt. 2019 wurden kranke und befallene Fichten gefällt und aus dem Wald geschafft. Erfreulich ist, dass auf den meisten gerodeten Flächen bereits natürlich nachwachsende Sämlinge und Bäumchen vorhanden sind, die relativ schnell zu einer Erholung der der Kahlflächen führen werden. Auf einer kleinen Fläche nahe der Beierfelder Straße „Unteren Viehtrift“ wurde jedoch bei einer Begehung festgestellt, dass dort nur wenig natürlicher Nachwuchs vorhanden ist. 

Die Schwarzenberger Grünen haben sich dem Thema angenommen und haben in Abstimmung mit der Stadt und unter Leitung des grünen OB-Kandidaten, dem Tierarzt Roland Küblböck, 3-5-jährige Laubbaum-Setzlinge gepflanzt. Die Eichen, Eschen, Bergahorn und Kastanien sind durch die regenreichen letzten Tage gut angewachsen und werden hoffentlich die nächsten Jahrzehnte durch eine bessere Robustheit dem Klimawandel trotzen.

Artenvielfalt im renaturiertem Luchsbachtal

Das vom Bergbau gezeichnete Luchsbachtal wurde in den letzten Jahrzehnten für mehrere Millionen Euro saniert und renaturiert.

Bei meiner Teilnahme an einer von Uwe Kaettniß und dem BUND organisierten sachkundigen Schmetterligsführung durch das Luchsbachtal, konnten wir viele verschiedene Schmetterlinge entdecken, die sich in der kurzen Zeit nach der Renaturierung angesiedelt hatten. (Die Bilder wurden während der Führung von Marion Kielau fotografiert- @marionkielau)  Auch sonst gab es eine Fülle von Insekten, die uns umschwirrten. Insgesamt konnten bisher 85 verschiedene Falter erfasst werden. Weitere Informationen dazu findet man unter http://schmetterlinge-im-luchsbachtal.de/ 


Leider steht zu befürchten, dass durch einen erneuten Bergbau im Luchsbachtal das entstandene Refugium zerstört wird. Auf dem Gelände soll eine 40 Meter hohe Halde mit einer Fläche von 26 Hektar entstehen. 

Um das zu verhindern haben betroffene Bürger*innen und auch ich als Stadtrat die Möglichkeit genutzt, eine Einwendungen gegen den Betriebsplan bei den zuständigen Behörden einzureichen und alternative Konzepte zur Halde gefordert. Moderner Bergbau benötigt keine große Halde! 

Einwendung zum bergrechtliches Planfeststellungsverfahren „Erzbergwerk Pöhla“ der SME AG


Sehr geehrte Damen und Herren,

aus den Rahmenbetriebsplan der SME AG für das Vorhaben Erzbergwerk Pöhla geht hervor, dass 13 Millionen Tonnen Restgestein und Nebenprodukte aus der Aufbereitung anfallen. Ein Teil des Materials soll wieder zum Verfüllen der Stollen verwendet werden und der Rest auf der vorgesehenen Halde deponiert werden. Die Mengenangabe hierzu sind sehr ungenau.

Nach ausführlicher Recherche sind für die Stabilität des untertägigen Versatzes, wie auch für die übertägige Deponierung Zuschlagstoffe nötig, auf die von der SME nicht zur Genüge eingegangen wird. Aus anderen Bergbauprojekten ist bekannt, dass üblicherweise Filteraschen aus Braunkohlekraftwerken als Zuschlagstoff verwendet wird.

Aufgrund der fehlenden Angaben sind folgende Fragen zum Rahmenbetriebsplan noch ungeklärt:

  • Mit wie viel Prozent an Zuschlagstoffen ist pro Tonne Versatzgestein und Deponiegut zu rechnen?
  • Asche aus Braunkohlekraftwerken sind besonders quecksilber- und schwermetallhaltig. Muss deshalb mit einer zusätzlichen Belastung an Schwermetallen in Pöhla gerechnet werden?
  • Werden regelmäßige Messungen zur Schwermetallbelastung im Umfeld des Betriebsgeländes durchgeführt?
  • Welche zusätzlichen Belastungen stellt die Anlieferung des Zuschlagmaterials durch den Schwerlastverkehr für die Bewohner in Pöhla dar?
  • Wie sind diese zusätzlichen Belastungen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz zu beurteilen?
  • Ist die öffentliche Gemeindestraße „Luchsbachtal“ mit der engen Bebauung für das hohe Verkehrsaufkommen durch den Schwerlasttransport geeignet?
  • Wurden andere Transportwege oder Transportmittel, wie eine eigene Zufahrtsstraße, Förderbänder oder Gleisanbindungen geprüft und gibt es dazu sachverständige Gutachten?
  • In meiner Funktion als Stadtrat von Schwarzenberg, der für das Wohlergehen der Einwohner des Ortsteiles Pöhla mit verantwortlich ist, möchte ich hiermit meine Einwendung gegen den Betriebsplan der SME AG für das Vorhaben „Erzbergwerk Pöhla“ geltend machen.
    Der Rahmenbetriebsplan erfasst nur unzureichend die zu erwartenden Belastungen der Einwohner in Pöhla und es ist zu befürchten, dass deren Gesundheit massiv beeinträchtigt wird. Aus diesem Grund kann der Rahmenbetriebsplan in dieser Form nur abgelehnt werden.

Nicht zuletzt bin ich auch als Steuerzahler davon betroffen, wenn die für die Zufahrt genutzten öffentlichen Straßen durch den massiven Schwerlastverkehr in kurzen Abständen erneuert werden müssen, da diese aufgrund des Querschnitts und des Aufbaus, sowie der Steigung für die zu erwartende Belastung nicht ausgelegt sind.

Hochachtungsvoll

Roland Küblböck
Stadtrat von Schwarzenberg